4. Tag Besuch bei den Singhs und in Old Delhi | Urlaub Indien 2017

Heute Morgen waren wir zum Brunchen/ Frühstücken bei der Familie Singh eingeladen. Joy hat die Singhs letztes Jahr auf einer Zugfahrt nach Delhi kennengelernt und sie sind über Facebook in Kontakt geblieben. Ich war sehr gespannt, was mich erwartet.

Wir wurden früh von einem Fahrer abgeholt und zur Familie Singh gefahren. Ravindra Singh arbeitet bei Tata (was genau habe ich leider nicht rausgefunden) und seine Frau ist Hausfrau. Wohl eine sehr klassische Rollenaufteilung, wie sie in Indien weit verbreitet ist. Es gibt noch einen Sohn, der aber leider nicht da war (Universität geht vor, auch am Samstag).

Wir wurden sehr nett mit einem indischen Frühstück empfangen. Neben vielen indischen Leckereien gab es auch Käsemaccaroni. Naja, Italien ist ja nun nicht so weit weg von Deutschland…

Da ich bei uns ja der Brotbäcker im Haus bin durfte ich Paratha machen. Ein mit Kartoffeln gefüllter Fladen. Extrem lecker und sehr einfach zu machen. Das wird es bestimmt demnächst auch mal in Pforzheim geben.

Der Vormittag verging wie im Flug. Die Singhs sind wohl eine typische Mittelklassefamilie mit einer wirklich schönen Wohnung. Es hat Spass gemacht die Familie kennen zu lernen.

Am Nachmittag sind Joy und ich dann nach Old Delhi gefahren. Das ist der alter Stadtkern, der heute hauptsächlich Basar ist. Ich glaube man kann dort wirklich alles kaufen, was man möchte.

Als wir dort ankamen hat es wie aus Kübeln geschüttet. Wir waren jedoch vorbereitet (Regenjacken sollte man dabei haben, wenn man am Ende der Regenzeit nach Indien geht…) und haben uns ins Getümmel gestürzt.

Der Verkehr an der Hauptstraße ist ein einziges Desaster. Überall wird gehupt, gedrängelt und geschoben. Hat irgendwie etwas von „Anstehen am Skilift“.

Joy hatte sich fest vorgenommen ein indisches Abendkleid zu kaufen und so haben wir dann ca. 2 Stunden bei einem „Frauenausstatter“ verbracht. Wir waren dort eine ziemliche Attraktion, so als Europäer im indischen Brautmodenladen. Das war es nämlich eigentlich: ein Brautmodenladen.

Die Geschäfte in Indien haben eine Besonderheit: Sie sind alle auf ca. 15°C runtergekühlt. Es ist also schweinekalt da drin!

Joy hat ein ganz tolles Kleid gefunden, das sie bestimmt auf einer der nächsten Konferenzen anziehen wird.

Im Anschluß sind wir dann noch weiter durch Old Delhi gestreift. Ein verrückter Ort. Überall wird gehandelt, gekocht, verkauft, gehupt, usw. Man braucht Nerven aus Drahtseilen.

Mittdendrin findet sind eine alte Moschee, die wir natürlich anschauen mussten. Wir haben beide festgestellt, dass wir nach der Vielzahl von Moscheen, die wir im vergangenen Jahr in Usbekistan angeschaut hatten, nicht mehr so schnell zu beeindrucken sind. Die Moschee an sich war ganz ok, spannend waren aber die 5 Reliquien, die dort aufbewahrt werden.

Eine Sandale Mohammeds

Ein Fußabdruck Mohammeds in einem Stein(!) (der natürlich größer ist als die Sandale. Das kommt aber daher, dass der Stein bei der Berührung durch Mohammeds Fuß weich wurde und sich natürlich auseinander bewegt hatte. Klingt logisch…)

Ein halber Koran (die andere Hälfte haben wir schon in Istanbul im Tobkapipalast gesehen. Da hatten wir dem Reliquienhüter etwas voraus)

und…

Ein Barthaar Mohammeds („beim Barte des Propheten“: ein Barthaar). Das Haar war sehr lang (vielleicht 10cm) und sehr dick. Könnte also auch von einem Pferd gewesen sein, aber man weiss ja nie.

Wir waren auf jeden Fall die Stars in der Moschee, da keiner außer uns so nah an die Reliquien durfte. Alle anderen mussten von Weitem durch ein Gitter schauen. Manchmal hat es eben auch Vorteile der einzige Europäer weit und breit zu sein (der auch noch etwas spenden kann…).

Den Abend haben wir dann wieder in Neu Delhi verbracht. Eine Runde an der Haupteinkaufsmeile (Conneaugh Circus) stand noch auf dem Programm und Joy hat die Chance genutzt noch kurz (bis zum Ladenschluß) bei Fabindia vorbei zu schauen.

Morgen haben wir wieder einen Fahrer, die uns zu den Stellen bringen wird, an die wir zu Fuß nicht hinkommen. Ich bin gespannt…

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3. Tag Zugfahrt nach Delhi | Urlaub Indien 2017

Heute war mal wieder Reisetag. Dieses Mal mit der Bahn von Agra nach Delhi. Ein ganz schönes Abenteuer. Ich war sehr gespannt, wie wohl Zugfahren in Indien ist.

Den Vormittag haben wir noch in Agra im Hotel verbracht und uns auf einen kleinen lokalen Markt um die Ecke getraut. Es gab dort alles, was das Herz begehrt. Obst, Gemüse, etc.

Wir haben uns beide dort jedoch nicht wirklich wohl gefühlt. Wir haben dort nicht hingehört und haben dann auch nach ein paar Minuten wieder den Rückweg angetreten.

Unser Zug fuhr dann heute um 13.44h ab. Zumindest stand das so im Fahrplan. Joy sagte mir, dass sie beim letzten Mal mehr als 5 Stunden auf Ihren Zug warten musste. Ich war also auf eine lange Zeit am Bahnhof eingestellt.

Wir hatten jedoch Glück und der Zug kam mit nur ca. 20 Minuten Verspätung in Agra an.

Bei den Zügen gibt es so ungefähr fünf verschiedene Klassen (wenn ich mich nicht verzählt habe). Erste Klasse, zweite Klasse usw. Ab der 3. Klasse ist es für unsere Verhältnisse schon sehr rustikal, aber es geht noch deutlich einfacher. Ganz hinten will man aber wirklich nicht sitzen…

Um in Indien mit der Bahn zu fahren muss man vorher ein Ticket buchen und seinen Namen angeben. So kam uns nach dem Besteigen des Zuges dann auch ein Schaffner entgegen, der uns auf seiner Liste abhakte. Ganz schön spannend, dass so etwas in diesem riesigen Land so gut funktioniert.

Die Bahnfahrt war sehr entspannt. Sehr schnell wird der Zug auch nicht. Wir hatten zwei Plätze im Schlafwagen. Da wird dann einfach das Bett oben weggeklappt und man sitzt zu zweit auf dem unteren Bett.

Mit uns im Abteil war eine Familie, die schon mehr als 24 Stunden im Zug saß, ebenfalls wie wir auf dem Weg nach Delhi. Wir haben uns ganz nett mit ihnen unterhalten und natürlich durfte auch das obligatorische Gruppenbild nicht fehlen. Wir haben jetzt ganz enge Freunde in Indien…

Ich fand den Zug sehr sauber. Vor allem, da er schon mehr als 2 Tage unterwegs war. Da habe ich in deutschen Regionalbahnen schon schlimmeres vorgefunden.

Der Abend in Delhi war dann eher ruhig. Einchecken im Hotel (mit einer netten Begrüßung für die Honeymooner), Abendessen und dann ab ins Bett.

Morgen treffen wir uns mit der Familie Singh, die Joy letztes Jahr im Zug nach Delhi kennen gelernt hatte (ich sag ja, enge Freunde in Indien…). Ich bin schon sehr gespannt, wie das wird.

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2. Tag Fatehpur Sikri und Mehtab Bagh | Urlaub Indien 2017

Ja, die Namen sind nahezu unaussprechlich und ich gebe es zu, ich kann sie mir auch nicht merken.

Heute Morgen sind wir mit unserem Fahrer von Agra nach Fatehpur Sikri gefahren. In ungefähr einer Stunde ist man dort. „Dort“, das ist Fatehpur Sikri, eine Palastanlage aus dem 16 Jahrhundert, die komplett aus Sandstein aufgebaut ist. Der Palast wurde vom Mogul Akbar erbaut.

Fatehpur Sikri

Wir haben auf einen Führer verzichten und sind auf eigene Faust durch die Anlage gegangen. Insgesamt waren nur sehr wenige Besucher vor Ort, was es sehr angenehm macht sich umzuschauen. Weiterlesen

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1. Tag Taj Mahal und Food Tour | Urlaub Indien 2017

Heute gings zum Taj Mahal! Und zwar um 6.00h morgens. Richtig gelesen: zum Sonnenaufgang!

Wir sind schon um 5.00h aufgestanden und haben uns ohne großes Frühstück ein Tuktuk zum Taj Mahal genommen. Am Ticketschalter wird streng nach Männlein und Weiblein und nach Inder und „Foreign Tourists“ getrennt. Die Schlange für weibliche Ausländer war am kürzesten und so hat sich Joy als Dritte eingereiht. Der Schalter öffnet pünktlich um 5.30h

Mit dem Ticket holt man sich dann eine Flasche Wasser (vermutlich damit keine Ausländer vor dem Taj Mahal verenden) und Schuhüberzieher (fürs Taj Mahal selbst).

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Anreise nach Agra | Urlaub Indien 2017

Wir haben es geschafft! Unsere Hochzeit liegt hinter uns und hat die ein oder andere Welle hinterlassen.

Es war auf jeden Fall toll! Wir hatten 3 grandiose Tage in Lindau mit unseren Familien, Freunden und Wegbegleitern. Es war schön alle beieinander zu haben.

Am Montag haben Joy und ich dann die Zelte in Lindau abgebrochen und sind nach München gefahren. In München haben wir uns dann noch mit Freunden in einem Biergarten getroffen und am Abend ging es dann mit der Etihad los: München – Abu Dhabi.   Wir waren wohl fast der letzte Flug vor dem Nachtflugverbot in München.

Mein Lesestoff für Indien

Joy und ich waren sehr müde und so haben wir nach dem Essen quasi den ganzen Flug (6 Stunden) geschlafen. So lässt es sich eigentlich ganz gut reisen.

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Mal wieder auf einem BarCamp

Ich war mal wieder auf eine BarCamp. Nachdem ich im vergangenen Jahr beim Wirtschaftsjunioren-BarCamp und beim Business Podcast BarCamp stand heute das 1. Freiburger Educational BarCamp #Fredu17 in Freiburg auf dem Programm.

Educational BarCamp Freiburg

Educational BarCamp Freiburg

Die Uni Freiburg hat dieses BarCamp organisiert und es geht um Lernen im digitalen Zeitalter, Blended Learning und so weiter. Da ich ja gerade dabei bin im Rahmen meines Podcast zum Projektmanagement im Maschinenbau und der dazugehörigen Online-Bibliothek dabei bin meine Seminare auch online zur Verfügung zu stellen, ist das natürlich für mich fast ein Pflichttermin.

Heute haben sich dann also insgesamt wohl so 70 Teilnehmer in Freiburg versammelt. Sehr viele aus dem universitären Bereich und leider nur wenige Unternehmer und Anwender/ Anbieter von digitalen Lerninhalten.

Vorstellungsrunde

Vorstellungsrunde

Nach der üblichen Vorstellungsrunde und der Sessionplanung ging es dann auch gleich los.

Gestartet hat das BarCamp für mich mit einer Session von Dejan (@DejanFreiburg) zum Lernen und Lehren im 21. Jahrhundert. Dejan arbeitet für D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V. und konnte einiges zu Kompetenzen, die wir in Zeiten von Digitalisierung benötigen erzählen. Dejan ist ein feuriger Verfechter der Chancen, die uns Digitalisierung bietet. In der Runde ist das nicht bei allen auf fruchtbaren Boden gefallen und so hat sich zu meiner Verwunderung eine sehr digitalisierungs-kritische Diskussion entwickelt, die sich hauptsächlich um die damit verbundenen Risiken drehte. Insgesamt wurde auch der Nutzen von digitalen Lerninhalten in Frage gestellt, was mich gerade auf diesem BarCamp sehr überrascht hat.

Sessionplanung

Sessionplanung

Für die zweiten Session, nach der Mittagspause, habe ich mich für eine Präsentation zum Game Based Learning entschieden. Zwei Mitarbeiter von BuGaSi Labs haben ihre Simulation vorgestellt. Ich hatte eigentlich eine komplett computerbasierte Simulation erwartet. Vorgestellt wurde dann jedoch ein Simulation, die sich wohl am besten in einem Präsenzsetting umsetzen lässt. Das Planspiel ist dabei sozusagen der „Träger“ für ein themenspezifisches Lernen, was ich als Grundidee sehr spannend finde. Im Moment arbeite ich ja an einer Weiterentwicklung meines Projektmanagement-Planspiels, so dass ich hier einiges an neuen Ideen mitnehmen konnte.

Die dritte Session wurde dann von Gernot (@gernotk) gehalten, der für Microsoft arbeitet. Er stellte einige Möglichkeiten vor, wie man mit einfachen Mitteln aus Powerpoint, Skype und Camtasia E-Learning-Videos erstellen kann. Viele der Tricks kannte ich schon, aber auch hier war wieder einiges Neue für mich dabei.

Die letzte Session habe ich mit dann geschenkt, da ich noch einen familiären Termin habe und so sitze ich nun schon wieder im Zug nach Pforzheim.

Ich fand das BarCamp sehr spannend, auch wenn es irgendwie nicht ganz an die BarCamps heran kam, die ich bisher besucht habe. Eine wesentlich Erkenntnis ist, dass alle anderen auch nur mit Wasser kochen und es keine großen Geheimnisse gibt, die ich nicht kenne. Das gibt mir nun eine größere Sicherheit bei der Online-Umsetzung meiner Seminare.

Ich bin sehr gespannt, was sich hier in Zukunft noch tun wird und ich denke, wenn es nächstes Jahr wieder ein Educational BarCamp in Freiburg gibt, bin ich wieder dabei.

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Rückreise | Urlaub Usbekistan 2016

Heute ging es dann von Nukus zunächst mit dem Flugzeug nach Tashkent. Wir machen uns also auf die Heimreise.

Ich bin ein wenig angeschlagen. Ich habe mir offensichtlich irgendwie den Magen verdorben. Bisher geht es ganz gut. Ich hoffe, dass ich auch den Flug nach Frankfurt gut überstehe.

In knapp 3 Stunden geht es hier vom Hotel los. Joy fliegt weiter über Istanbul in den Iran und ich eben nach Deutschland. Hinter uns liegen 2 super spannende und aufregende Wochen, in denen wir ein Land kennen lernen durften, das vielfältig und facettenreich ich. Ein Land, dass sich im Umbruch und Aufbruch befinden. Wir sind sehr froh hier gewesen zu sein, bevor der Massentourismus einsetzte, der mit Sicherheit noch einiges verändern wird.

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12. Tag Muynak | Urlaub Usbekistan 2016

Heute stand noch, zum Abschluss, ein kleines Highlight auf dem Programm: Besuch des ehemaligen Fischereiortes Muynak. Ehemalig, weil der Ort bis vor ca. 60 Jahren noch eine Hafenstadt am Aralsee war, der sich nun aber dramatisch verkleinert hat und ca. 180 km von Muynak entfernt liegt.

Schiffsfriedhof in Muynak

Schiffsfriedhof in Muynak

Auch für unseren Reiseführer war das eine Premiere, da er offensichtlich auch noch nie Muynak besucht hatte. Die Fahrt war eigentlich relativ schnell erledigt. In ca. 3 Stunden ist man da.

Schiffsfriedhof in Muynak

Schiffsfriedhof in Muynak

Muynak ist heute eine kleiner Ort, in dem es offensichtlich außer Landwirtschaft nicht mehr viel zu tun gibt. Irgendwie ein Ort am sterben.

Was vom Aralsee noch übrig ist, ist ein Teil der Fischereiflotte, die als Schiffsfriedhof total verrostet noch an Ort und Stelle liegt. Mehr als 10, teilweise richtig große Schiffe, liegen in der Wüste. Teilweise ein sehr bedrückendes Gefühl um die Ungetüme herum zu laufen. Der See ist weit und breit nicht zu sehen und wenn man es nicht wüsste, würde man nicht glauben, dass hier mal Fischfang im großen Stil betrieben wurde. Auch das alte Fischkonservenkombinat steht noch, mittlerweile aber ebenfalls total verfallen.

Schiffsfriedhof in Muynak

Schiffsfriedhof in Muynak

Am Aralsee ist wohl so einiges falsch gemacht worden, was dazu geführt hat, dass sich die Wasserfläche in den letzten 60-70 Jahren auf noch ca. 10% der ursprünglichen Größe reduziert hat. Fischfang ist nicht mehr möglich. Immerhin ist wohl der Schwund gestoppt, so dass die Fläche im Moment stabil bleibt.

Schiffsfriedhof in Muynak

Schiffsfriedhof in Muynak

Für Joy und mich war dieser Besuch ein absolutes Highlight und wir sind sehr froh, dass wir uns dafür entschieden haben den Ort mit dem Schiffsfriedhof zu besuchen.

Schiffsfriedhof in Muynak

Schiffsfriedhof in Muynak

Auf der Rückfahrt nach Nukus haben wir dann noch an einem gigantischen islamischen Friedhof gestoppt und ihn auch angeschaut. Spannend ist, dass die Menschen hier wohl sehr abergläubig sind, so dass überall Mausoleen mit den darin liegenden Persönlichkeiten verehrt werden.

islamischer Friedhof

islamischer Friedhof

Den Rest des Tages haben wir und dann noch etwas entspannt. Morgen geht es zurück nach Tashkent und für mich dann wieder zurück nach Deutschland.

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11. Tag Fahrt nach Nukus | Urlaub Usbekistan 2016

Heute ging es weiter in den Westen des Landes, nach Nukus. Auch dieses Mal müssen wir wieder durch die Wüste, die übrigens ein Großteil der Fläche von Usbekistan einnimmt.

Festungsruine aus Lehm

Festungsruine aus Lehm

Auf dem Weg nach Nukus haben wir an zwei sehr alten Lehmfestungen (3-4 Jahrhundert) angehalten. Teilweise sind nur noch Lehmhügel von den ehemaligen Festungsmauern zu sehen. Am besten erhalten ist der ehemalige Palast. Da alles aus Lehm ist lösen sich die Festungen Stück für Stück bei Regen und Wind auf und werden irgendwann verschwunden sein.

Blick in die Steppe

Blick in die Steppe

Zum Mittagessen waren wir in einem kleinen Jurtencamp, direkt neben einer der Festungen. Das Essen ist wir immer: einfach und gut, auch wenn unser Reiseleiter empfiehlt nach dem Essen einen Vodka zu trinken. Um den Magen wieder in Ordnung zu bringen. Und wir halten uns natürlich an seine Anweisungen.

Nukus

Nukus

Insgesamt hat es dann so 6 Stunden gedauert, bis wir in Nukus angekommen sind. Nukus ist die Hauptstadt der autonomen karakalpagischen Republik (hatte ich vorher noch nie gehört und bin froh das fehlerfrei schreiben zu können) und ganz im Westen von Usbekistan. Insgesamt leben hier wohl 300.000 Menschen. Da es den Aralsee nicht mehr gibt (das schauen wir uns morgen an), ist hier alles im Umbruch. Es herrscht eine große Arbeitslosigkeit.

Gleich nach unserer Ankunft haben wir das Savitskiy-Museum besucht, die größte Sammlung avantgardistischer russischer Kunst außerhalb Moskaus. Vor allem die vielen Bilder über den Alltag in Usbekistan aus den letzen 100 Jahren fand ich sehr toll. Zumal wie ja viele der Städte, die dort gemalt sind in den letzten Wochen besucht haben.

Auf unsere Frage, was man denn in Nukus noch so anschauen könnte, sagte unser Reiseführer: „nichts“. Und so haben wir den Tag dann mit einem kleinen Spaziergang durch die Stadt und einem Abendessen ausklingen lassen. Morgen gehts dann nach Muynak. Ein Ort, der ursprünglich mal direkt am Aralsee lag.

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Essen in Usbekistan


Ganz besonders gespannt war ich auf das Essen hier in Usbekistan. Auf unserer Reise haben eigentlich fast ausschließlich traditionelles Essen zu uns genommen. Natürlich gibt es hier auch Pizza, Pommes und Co. In den Teestuben und Restaurants, die wir besucht haben gab es jedoch immer die traditionellen usbekischen Gerichte.

Plow

Plow

Sehr gut finde ich Plow. Plow ist ein Reisgericht, bei dem der Reis mit verschiedenem Gemüse gemischt und gegart wird. Die Gemüsezugabe ist regional unterschiedlich. In Chiva sind es wohl hauptsächlich gelbe und rote Karotten. In anderen Regionen haben wir auch Paprika, Kichererbsen oder Rosinen darin gefunden. Das Ganze wird dann immer mit etwas Fleisch serviert und ist oft sehr ölig und fett.

Manti

Manti

Manti ist auch ein Gericht, das man überall bekommt. Manti sind Teigtaschen gefüllt mit Fleischstücken und Zwiebeln. Die Taschen werde dann im Wasserdampf gegart. Wir haben Manti drei Mal ausprobiert und sind irgendwann zum Ergebnis gekommen, dass wir es nicht mögen.

Laghman

Laghman

Neben Plow und Manti gibt es noch weitere Gerichte wie die grünen Nudeln von Chiva, Fleischeintöpfe, Pelmini (kleine Nudelteigtaschen, ähnlich Ravioli), Laghman (Nudeln mit Fleisch und Gemüse) und natürlich Kebab (Fleisch am Spiess gegrillt).


Grüne Nudeln

Grüne Nudeln

In Usbekistan werden sehr viele unterschiedliche Suppen gegessen. Es gibt Kürbissuppe (eher süss und sämig, so wie wir das auch kennen), Reissuppe (mit Fleisch- und Gemüsezugabe), usw. Meistens wird die Suppe als Zwischengang gegessen. Ich mag die Suppen hier sehr gerne.

Rote Beete-Salat

Rote Beete-Salat

Zum Beginn eines Essens gibt es meistens Salate, die in kleinen Schälchen auf dem Tisch verteilt werden. Jeder nimmt sich, was und so viel er möchte. Die Salate die wir bekommen haben, waren überall sehr ähnlich. Rote Bete-Salat, Karottensalat, Tomaten/ Gurken-Salat, Auberginensalat, etc. waren eigentlich immer dabei. Spannend ist, dass es auch Glasnudelsalat gibt. Ein Gericht, das durch die Koreaner während der Sowietzeit nach Usbekistan gekommen ist.

Glasnudelsalat

Glasnudelsalat

Zum essen wird immer Grüntee gereicht, der in einer Kanne auf den Tisch kommt und aus Schälchen getrunken wird. Es gibt auch eine kleine Teezeremonie, die wir gerne mit nach Deutschland nehmen werden. Man gewöhnt sich schnell daran Tee zum Essen zu trinken, zumal er auch gut den Durst löscht. Besonders die Variante Grüntee mit Zitronen und Zucker schmeckt richtig gut.

Zum Nachtisch haben wir bisher immer Obst bekommen. In den meisten Fällen Melonen in den unterschiedlichsten Varianten. Usbekistan ist bekannt für seine vielen Melonentypen und vor allem für den Geschmack. Ich habe grandiose Honigmelonen gegessen, deren Geschmack ich so schnell nicht vergessen werde.

Eine Überlegung lässt uns jedoch nicht los. Obwohl Usbekistan fast 2000 Jahre der Knotenpunkt der Seidenstraße war, sind erstaunlich wenig Gerichte hier hängen geblieben. Wir hatten erwartet, dass das Essen Variantenreicher und mit mehr Gewürzen ist. Das ist aber leider nicht der Fall. Zum einen liegt es daran, dass hier in der Wüste nicht so viel wächst, zum anderen waren schon währen der Zeit der Handelskarawanen die Gewürze sehr teuer.

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