4. Tag Fahrt nach Samarkan | Urlaub Usbekistan 2016

Heute sind wir sehr früh mit dem Zug von Tashkent nach Samarkand gefahren. Zugfahren ist ein echtes Erlebnis in Usbekistan. Alles sehr neu und total durchorganisiert.

Zug nach Samarkand

Zug nach Samarkand

In Samarkand angekommen haben wir zunächst im Hotel eingecheckt um dann die Stadt gemeinsam mit unserem Reiseführer Georgyi zu erkunden.

Samarkand war die Hauptstadt des Reiches von Amir Temur, der Ende des 14. Jahrhunderts die Region beherrscht hat. Seine Ausbreitung war zu dieser Zeit teilweise bis nach Indien und Istanbul. Amir Temur, auch Tamerlan (der Lahmende) genannt ist seit der Unabhängigkeit Usbekistans von Russland der nationale Volksheld und wird als Volksvater verstanden.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass Samarkand, als seine ehemalige Hauptstadt geprägt ist vom Einfluss Amir Temurs.

Eigentlich wollten wir ja heute alle Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen um dann morgen einen freien Tag zur eigenen Verfügung zu haben.

In der vergangenen Woche ist jedoch der Präsident Usbekistans gestorben, der nun in der Zwischenzeit in Samarkand, seiner Geburtsstadt begraben wurde. Und im Moment geben sich hier die Staatschefs die Klinke in die Hand. Heute ist der Kasachische Präsident zu Besuch und morgen wird wohl der Präsident Südkoreas erwartet.

Aus diesem Grund war die Innenstadt heute zeitweise komplett abgeriegelt und für uns nicht zugänglich.

Mausoleum von Amir Temur

Mausoleum von Amir Temur

Wir waren dann zunächst im Mausoleum von Amir Temur. Das Mausoleum ist ein beeindruckendes Gebäude. Wie so oft, war der Komplex ursprünglich als Medrese mit Mosche geplant und wurde dann irgendwann einer anderen Verwendung zugeführt.

Besonders beeindruckend fand ich die extrem detaillierte Verzierung der Vorderseite des Gebäudes.

Mausoleum von Amit Temur

Mausoleum von Amit Temur

Anschließend sind wir noch auf den Registonplatz gegangen. Der Platz war früher wohl der zentrale Ort der Stadt. Ursprünglich gab es hier nur eine Medrese (gebaut vom Enkel Amir Temurs), eine kleine Mosche gegenüber und eine Karawanserei. Im Laufe der Jahrhunderte hat der Platz dann seine heutige Anordnung gefunden. Die ursprüngliche Medrese links, eine zweite, prunkvollere Medrese rechts (ca. 200 Jahre später gebaut) und eine dritte Medrese dazwischen, die bewusst kleiner und breiter gebaut wurde damit ein schönes Bild entsteht.

Registonplatz

Registonplatz

Der Platz war komplett menschenleer, da alles für den heutigen Staatsbesuch abgesperrt war. Auch wir durften nicht drauf so, dass wir die Medressen dann morgen besichtigen werden.

Anschließend hatten wir versucht einen Weg in die Innenstadt zu finden. Wie schon gesagt, war jedoch alles abgesperrt, so dass wir noch ein wenig durch die Gassen und Straßen gelaufen sind.
Und da passieren ja bekanntlich die spannendsten Sachen. Wir haben eine kleine Bäckerei entdeckt und durften dort zuschauen wie man Brot backt. Alle waren sehr freundlich und haben sich über den Besuch gefreut. Joy durfte sogar helfen ein Brot zu formen.

Brot backen

Brot backen

Auf dem weiteren Weg sind wir dann noch auf eine Gruppe Männer gestoßen, die vor dem Haus saßen und geredet und gespielt haben. Auch von Ihnen wurden wir sehr freundlich und offen empfangen. Alle sind immer sehr interessiert, wo wir her kommen. Man erkennt uns schon sehr deutlich als Fremde hier, was aber keinen stört. Die Männer hatten uns gleich zum Tee eingeladen und wir mussten auch vom Gebäck probieren.

Da nun kein weiterer Zugang zur Stadt mehr möglich war, haben wir beschlossen eine Mittagspause zu machen und es abends noch mal vor dem Abendessen zu probieren.

Moschee von Bibihanum

Moschee von Bibihanum

Dann haben wir es tatsächlich noch geschafft die Mosche von Bibihanum, der Frau von Amir Temur zu besuchen. Der Innenhof oder Park der Mosche ist ein sehr friedlicher Ort.
Die Legende besagt, dass Bibihanum die Mosche für ihren Mann bauen lies um ihn von seinem Kriegszug nach Indien zu begrüßen. Während des Baus hat sich der Architekt jedoch in die Frau des Herrschers verliebt, was selbstverständlich unmöglich war. Am Ende hat Amir Temur beide zum Tode verurteilt. Beide wurden dann auf wundersame Weise gerettet. Eine sehr traurige und mystische Geschichte.

Für mich war das bisher der schönste Platz, den wir bisher gesehen haben.

Abendessen gab es dann in einem traditionellen usbekischen Restaurant. Und hier läuft das anders ab als in Deutschland. Unser Reiseführer warnte uns schon, dass es etwas lauter werden könnte.
Tatsächlich gab es einen Sänger, der im Laufe des Abends auf usbekisch (völlig unverständlich) und englisch (meistens auch) gesungen hat. Alles so laut, dass man sich fast nicht mehr unterhalten konnte.
Die Stimmung war sehr ausgelassen. Viele Kinder waren anwesend und es wurde auch ausgiebig getanzt. Ein sehr aufregendes Erlebnis!

Restaurant

Restaurant

Morgen werden wir dann noch die restlichen Sehenswürdigkeiten Samarkands anschauen und ich denke, dass wir auch noch Zeit haben werden ein wenig die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

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