10. Tag Chiva | Urlaub Usbekistan 2016

„Bezauberndes Chiva“ heisst es im Reiseprogramm und dem kann man nichts hinzu fügen. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Das Leben fühlt sich hier sehr langsam an, was Joy und mir sehr gut getan hat.

Chiva

Chiva

Begonnen haben wir den Tag mit einer Stadtführung durch unseren Reiseleiter. Da im inneren Bereich alles sehr nahe beieinander ist geht man quasi von Gebäude zu Gebäude. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht mehr an alle Sehenswürdigkeiten und Geschichten im Detail erinnern kann, dafür waren es einfach zu viele. Einige sind mir aber dennoch in Erinnerung geblieben.

Juma-Moschee

Juma-Moschee

Die Juma-Mosche, zum Beispiel, eine der ersten Moscheen in der Region. Die Moschee ist heute nicht mehr aktiv, sondern ein Säulen-Museeum. Die Decke des Innenbereiches wird von unzähligen Holzsäulen gestützt. Die Säulen stammen aus unterschiedlichen Zeitaltern und einige davon wurden als Geschenk für den herrschenden Khan hier her gebracht.

Haremsbereich

Haremsbereich

Der Tash-Hauli-Palast ist ebenfalls noch erhalten. Der Palast ist in zwei Bereiche unterteilt. Im Vorderen Teil sind Empfangshallen und Aufenthaltshöfe untergebracht. Im hinteren Bereich ist dann der schön verzierte Harem mit den Wohnbereichen für den Khan, seine Frauen und seine Konkurbinen zu finden. Da es in der Wüste sehr heiss ist, wird besonderen Wert darauf gelegt alles so anzuordnen, dass immer möglichst viel Schatten und kühlender Wind verfügbar ist.

Minarett

Minarett

Im südlichen Teil der Innenstadt ist noch ein hohes Minarett zu finden, das wir heute Abend, zum Sonnenuntergang, besteigen werden. Ich bin sehr gespannt auf den Ausblick.

Eingekauft haben wir natürlich auch etwas, dieses Mal zwei Brotstempel. Ja, das Brot wird hier gestempelt. Ein Brotstempel ist ein Holzstempel aus dem unten Metalldrähte herausragen, die in einer bestimmten Form angeordnet werden. Beim Brotbacken wird der Teig zu einem flachen Fladen geschlagen und gedrückt. Anschließend wird dann mit dem Stempel eine Verzierung eingebracht. Wir fanden das sehr schön und werden das natürlich zu Hause ausprobieren.

Gebäude in Chiva

Gebäude in Chiva

Den weiteren Nachmittag hatten wir heute wieder zur freien Verfügung. Wr haben uns zunächst ein wenig ausgeruht und ich bin dann noch mal los um die Gassen und Straßen hinter den schön hergerichteten Straßen und Gebäuden zu erkunden.

Gebäude in Chiva

Gebäude in Chiva

Natürlich ist hier nicht mehr alles so schön und vorzeigbar. Viele der Häuser sind verfallen und nicht mehr bewohnt bzw. bewohnbar. Man sieht jedoch, dass überall gebaut und neu hergerichtet wird. Das Land befindet sich immer noch im Umbruch und Aufbau.

Sandstraße in Chiva

Sandstraße in Chiva

Die Straßen sind hier nicht mehr gepflastert, sondern bestehen aus Sand und Erde. Wir befinden uns eben in der Wüste, was man zu gerne vergisst. Die Gebäude werden meistens aus gebrannten Ziegeln hergestellt und dazwischen, oft auch als Putz, wird Lehm mit Stroh verwendet. Eine Bauweise, die sehr gut an die klimatischen Bedingungen angepasst ist.

Blick über die Stadt

Blick über die Stadt

Abends sind Joy und ich dann noch mal los um den Sonnenuntergang zu sehen. Der beste Platz dafür ist das schon erwähnte Minarett im Süden der Stadt. Es geht zunächst über eine steile Holztreppe in den Turm, wo es dann noch steiler über eine Steinwendeltreppe nach oben geht. Der TÜV Süd würde Flic Flac schlagen, wenn er das sehen würde.

Sonnenuntergang über Chiva

Sonnenuntergang über Chiva

Oben angekommen wird man dann mit einem grandiosen Blick über die Stadt belohnt. Gerade zum Sonnenuntergang ein echtes Erlebnis. Von dort oben ist auch das Chiva außerhalb der Stadtmauern zu sehen, das sich erstaunlich weit in die Wüste erstreckt. Überall zwischen den Häusern sind Bäume zu sehen, Chiva scheint ein Fleck in der Wüste zu sein, am dem genügend Wasser für so etwas zur Verfügung steht.

Morgen geht es wieder in die Wüste. Wir fahren weiter nach Nukus um dann übermorgen von dort aus in Richtung nicht mehr vorhandener Aralsee zu fahren.

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9. Tag Fahrt nach Chiva | Urlaub Usbekistan 2016

Heute gings mal wieder durch die Wüste, dieses Mal nach Chiva.

Insgesamt waren mehr als 7 Stunden Fahrt angesagt und die haben wir auch gebraucht. Mittagessen gab es in der Wüste in einer kleinen Teestube, die offensichtlich ein beliebter Haltepunkt für Durchreisende ist.

Teestube in der Wüste

Teestube in der Wüste

Trotz der langen Dauer war die Fahrt doch sehr kurzweilig. Zum einen waren wir von den Tagen davor noch etwas müde, so dass wir immer wieder ein wenig geschlafen haben. Zum anderen gibt es auch in der Wüste viel zusehen, da wir immer wieder durch kleine Orte gekommen sind. Ich finde es ja gerade spannend zu sehen wie die Menschen leben, auch abseits der großen Städte.

Chiva

Chiva

In Chiva sind wir dann am späten Nachmittag angekommen. Chiva ist ähnlich wie Buchara eine Oase, eine Stadt in der Wüste. Umgeben ist die Stadt von zwei mächtigen Stadtmauer; die Innere ist noch erhalten (oder wieder aufgebaut, so klar ist mir das nicht). Auch in Chiva fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Im Inneren der Stadtmauer findet man erneut schöne alte Medressen und Moscheen, die mit wunderbaren grünen und blauen Kuppeln über die Stadt wachen.

In Buchara hatte ich abends kurz die Gelegenheit in die Gassen hinter die Hauptstraßen zu gehen und ich werde versuchen das morgen auch in Chiva zu tun. Ich bin sehr gespannt, wie das Leben hinter der schön gemachten Häusern so ist.

Nach dem einchecken im Hotel sind wir gemeinsam mit unserem Reiseführer auf einen Abendspaziergang in die Stadt gegangen. Auch hier prägen die Straßenhändler das Bild. Spannenderweise bieten sie teilweise sehr unterschiedliche waren im Vergleich zu Buchara an. Die Souvenirindstrie in Usbekistan scheint noch nicht landesweit durchorganisiert zu sein.

Chiva

Chiva

Nach dem wir uns einen ersten Überblick verschafft hatten (alles sehr übersichtlich und viel kleiner als in Buchara) sind wir zum Abendessen in eine Teestube eingekehrt. Unser Reiseleiter erzählte uns, dass die Familie, die die Teestube betreibt, vor einigen Jahren im eigenen Haus begonnen hat Gäste zu bewirten. Nun ist alles sehr groß geworden und dennoch hat man das Gefühl ein Gast der Familie zu sein. Nebenan wird gerade ein neues Haus oder Restaurant gebaut, in bester Lage. Wenn die Familie keine großen Fehler macht, wird sie in ein paar Jahren das erste Haus am Platze sein.

Die Spezialität von Chiva sind grüne Nudeln, die wir natürlich probieren mussten. Die Nudeln werden aus dem gleichen Teig gemacht, den wir für Spätzle verwenden (Mehl, Ei und Salz). Die grüne Färbung entsteht durch Dill, was den Nudeln einen ganz besonderen Geschmack gibt. Dazu gibt es ein klein wenig Fleisch mit Kartoffeln. Eigentlich ein sehr einfaches Gericht, aber wirklich lecker.

Morgen werden wir dann noch mal richtig die Stadt besichtigen (mit Erklärungen und Führung). Bis dahin verbringen wir noch einen ruhigen Abend im Hotel.

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8. Tag Buchara | Urlaub Usbekistan 2016

Heute ging es nach dem Frühstück dann los in die Altstadt.

Begonnen haben wir mit einem Besuch eines der ältesten noch erhaltenen Gebäuden in der Region, dem Ismael-Samani-Mausoleum. Das Gebäude stammt noch aus der Zeit bevor Dschingis Khan die Region eroberte und wurde als eines der wenigen Gebäude nicht zerstört. Man kann dort noch Verzierungen erkennen, die auf Feuerkulte zurückzuführen sind.

Ismael-Samani-Mausoleum

Ismael-Samani-Mausoleum

Vom Mausoleum ging es dann weiter zum Marktplatz, der direkt daneben liegt. Hier tobt das Leben. Viele Verkäufer bieten ihre Waren an. Wie schon in Tashkent und in Samarkand gibt es verschiedene Bereiche für Fleisch, Getreide, Gemüse und Obst. Dieses Mal haben wir bei den Süßigkeiten und bei den Gewürzen zugeschlagen. Es gibt ein paar Gewürzsorten, die wir in Deutschland so nicht kennen und die müssen wir natürlich mitbringen. Ich habe dann noch ein wenig Reis gekauft. Ich freue mich schon darauf, daraus ein Plow zu machen. Plow ist eines der traditionellen Gerichte in Usbekistan.

Reis kaufen

Reis kaufen

Vom Basar ging es dann weiter über ein Museum zur Wasserversorgung in Buchara zur Bolo-Hauz-Moschee, die noch aktiv ist und mit schönen Holzsäulen im Eingangsportal glänzt. Wir sind grade noch vor der Gebetszeit reingerutscht und konnten den Innenraum mit den imposanten Verzierungen besichtigen.

Bolo-Hauz-Moschee

Bolo-Hauz-Moschee

Weiter ging es dann Ark-Festung, die als Herrschaftssitze des Khans von Buchara (im 18. Jahrhundert, bevor die Region vom russichen Zar eingenommen wurde) diente. Ein sehr imposanter Bau. Alles wurde zur Sowietzeit aufwendig wieder hergestellt. Im hinteren Bereich kann man noch sehen, wie der ursprüngliche Zustand war.

Ark-Festung

Ark-Festung

Eine der großen Sehenswürdigkeiten ist das große Minarett beim Poi-Kalon-Ensemble, das aus dem Minarett, einer Freitags-Moschee und einer noch aktiven Medresse besteht. Ich mochte sehr die Atmosphäre in der Mosche, deren Innenhof von einer Art Wandelgang mit mehr als 200 Kuppeln umgeben ist. Alles ist sehr ruhig und die kühle Luft ist ebenfalls sehr angenehm.

Bogengang

Bogengang

Zum Abschluss der Vormittages waren wir noch be einem großen Teppichverkäufer, der seit 7 Generationen alle Teppiche selbst herstellt und verkauft. Geführt wird das Unternehmen von der 26-jährigen Tochter.
Es gibt dort auch einen Showroom in dem man sehen kann, wie die Teppiche geknüpft werden. Alles ist Handarbeit und die Herstellung eines Teppichs dauert zwischen 3 und 12 Monaten. Ich fand besonders die vielen Details und kleinen Muster sehr spannend. Da wundert es auch nicht, dass für große, aufwendige Seidenteppiche bis zu 70.000,- US$ aufgerufen werden.

Teppiche

Teppiche

Nach der Führung am Vormittag waren wir am Nachmittag dann auf eigene Faust unterwegs. Wir haben zunächst ein wenig die Ruhe im Hotel genossen und sind dann abends noch mal los um die Atmosphäre der Stadt zu erwischen.

In Buchara gibt es ein kleines Cafe, das von einer Deutschen geführt wird. Dort gibt es auch den einzig wirklich akzeptablen Kaffee, den ich auf der Reise bisher getrunken habe. Ansonsten wird nur Instant-Kaffee angeboten. Das ist aber kein Problem, da immer Grüntee zur Verfügung steht, mit dem man wunderbar seinen Durst löschen kann.

Morgen geht es weiter durch die Wüste nach Chiva, einer weiteren Oase, die wohl etwa kleiner als Buchara ist. Wir lassen uns überraschen.

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7. Tag Fahrt nach Buchara | Urlaub Usbekistan 2016

Eigentlich wollten wir heute ja die Ersten sein, die das Jurtencamp verlassen, aber da haben uns die Koreaner einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die waren nämlich schon um 5.00h beim Frühstück und sind dann gleich los gefahren. Ich habe keine Ahnung, was die geritten hat.

Blick zurück in die Wüste

Blick zurück in die Wüste

Wir sind gegen 9.00h los gekommen und haben uns auf den Weg nach Buchara gemacht. Zurück ging es wieder durch die Wüste, wo wir nochmals atemberaubende Aussichten und Ausblicken genießen konnten.
Ich möchte definitiv noch mal in die Wüste und auch sehr gerne eine Kameltour machen. Im Jurtencamp gab es zwar die Möglichkeit auf einem Kamel zu reiten, jedoch nur 5 Minuten im Kreis. Das hat mich dann doch sehr ans Ponyreiten meiner Mädels erinnert. Dann lieber eine echte Tour auf dem Kamel.

Quelle in der Wüste

Quelle in der Wüste

Auf halbe Weg mach Buchara haben wir dann an etwas halt gemacht, was ich wieder Oase nennen würde: die restaurierten Reste eine Karawanserei. Man konnte noch die Grundmauern und somit den Grundriss sehen. Daneben war ein Gebäude mit einer Kuppel, das über einer Quelle gebaut war. Das Gebäude und die Kuppel umschließen die Quelle vollständig uns sorgen dafür, dass das Wasser nicht verdunsten kann. Im Gebäude ist es angenehm kühl. Da hat man sich wohl gerne aufgehalten.

Überreste der Karawanserei

Überreste der Karawanserei

Solche Karawansereien waren früher alle 40 km zu finden. Das ist in ungefährt die Strecke eines Tagesrittes einer Karawane. Wobei Tagesritt falsch ist, da sich die Karawanen auf Grund er Hitze immer nachts bewegten. Kann ich gut verstehen.

In Buchara angekommen, wurden wir sehr überrascht. Uns erwartet mitten in der Wüste eine Oase, tatsächlich wie aus 1001 Nacht. Die Altstadt ist komplett neu hergerichtet und wunderschön. Auch unser Hotel war ein Volltreffer.

Hotelzimmer in Buchara

Hotelzimmer in Buchara

Nach dem Einchecken haben wir gemeinsam mit unserem Reiseführer die Stadt erkundet. Es existieren drei Plätze, große mit Kuppeln überdachte Kreuzungen, an denen schon früher Handel getrieben wurde. Auch heute sind hier noch viele Geschäfte mit Stoffen und Schals, Bilder und Messern, vor allem für Touristen. Überall ist sehr viel Leben. In der Stadt existiert eine ganz besondere Atmosphäre, die ich sehr mag.

Buchara

Buchara

Beim Spaziergang durch die Stadt haben wir schon die ersten Plätze angeschaut, die Führung durch die Stadt folgt dann morgen.

In Buchara habe ich dann auch ein Mitbringsel für mich selbst gefunden. Aus Sansibar hatte ich ja schon drei kleine Bilder mit Türen und Toren mitgebracht und aus Usbekistan sind es nun drei als Kaligraphie gemalte Derwische geworden. So langsam füllen sich die Wände in unserer neuen Wohnung…

Der Künstler meiner Derwischbilder

Der Künstler meiner Derwischbilder

Den Abend haben wir dann zunächst in einem schönen Restaurant und dann im wunderbaren Innenhof unseres Restaurants ausklingen lassen. Der Innenhof ist sehr ruhig und der ideale Ort um ein wenig zu entspannen und Bilder auf Facebook zu posten. Oder eben auch um den Blog zu füllen.

Innenhof unseres Hotels

Innenhof unseres Hotels

Morgen geht es, wie gesagt, zur Stadtführung. Ich bin schon sehr gespannt drauf, da Buchara eine ganz andere Stadt als Samarkand ist. Andere Gebäude und vor allem eine ganz andere Stimmung.

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Autofahren in Usbekistan | Urlaub Usbekistan 2016

Wer behauptet, ich würde unsicher fahren, darf gerne mal nach Usbekistan kommen…

Kreuzung in Samarkand

Kreuzung in Samarkand

Erst mal vorweg: Natürlich gibt es hier noch Eselkarren und Menschen, die mit dem Pferd unterwegs sind. Die allermeisten Leute scheinen jedoch ein Auto zu besitzen.
(Fast) Alle Auto sind weiss, wurden von Chevrolt, Daewoo, o.ä. hergestellt und sind verbeult. Dazwischen fahren noch auch noch viele alte Autos aus russischer Produktion rum. Motorräder und Fahrräder gibt es ganz wenige.

Gefahren wird hier eher nach Gefühl. Wobei man sich darauf verlassen kann, dass an roten Ampeln auch gehalten wird.
Die Anzahl der Spuren einer Straße scheint jedoch eher so ein Vorschlag zu sein. Da werden schnell mal drei Spuren aus zwei echt vorhandenen gemacht. Und die Gegenspur kann man auch gerne mal nehmen. Die müssen dann halt ein wenig aufpassen. Auf Landstraßen, bei denen keine Mittelbegrenzung existiert geht das ja noch. In den Bergen gab es jedoch Betonblöcke, die die Mitte begrenzt haben. Die wurden von unserem Fahrer aber auch mal lässig rechts liegen gelassen.

alter Wolga an einer Tankstelle in der Wüste

alter Wolga an einer Tankstelle in der Wüste

Interessanterweise haben wir uns nie unsicher gefühlt. Und einen Unfall haben wir auch noch nicht gesehen. Das liegt vielleicht an den Geschwindigkeit. 100-110 km/h ist schon ziemlich schnell. In der Wüste sind wir eher 60-80 km/h gefahren. Mehr lassen die Straßen eigentlich auch nicht zu.

Spannend sind die vielen Geschwindigkeitskontrollen mit Radarpistolen. Alle paar Kilometer steht ein Polizist am Straßenrand und misst die Geschwindigkeit der Autos.
Die Antwort der Fahrer sind Radarwarngeräte. Alle Autos mit denen wir bisher gefahren sind, hatten solch ein kleines Gerät eingebaut. Das piepst dann immer wenn eine Geschwindigkeitskontrolle vor uns liegt (macht es ständig). Erwischt wurden wir bisher ein Mal. Das schien aber kein Problem gewesen zu sein. Unser Fahrer hat seinen Führerschein, zusammen mit ein paar Scheinen vorgelegt und dann war es erledigt. Ob es sich bei dem Geld um das Bußgeld oder eher um Entscheidungsbeschleuniger handelte weiss ich nicht. Müsste ich mal unseren Reiseführer fragen.

Kühe auf der Straße in der Wüste

Kühe auf der Straße in der Wüste

Ganz wichtig beim Fahren ist die Hupe, die viel und gern eingesetzt wird. Meistens, wenn man von hinten angefahren kommt und etwas Platz zum Überholen benötigt. Spannenderweise scheint das hier keinen Stress auszulösen. Die Fahrer sind sehr entspannt und es wird eigentlich nie gestikuliert oder geschimpft.

Abbiegen in den Städten empfinde ich als echtes Abenteuer. Da biegen dann die Autos auf einer zweispurigen Straße dreispurig ab und gefahren wird da wo es eine Lücke gibt. Da fährt man schon mal ganz rechts an die Ampel ran und zieht dann bei Grün schnell nach links.

Zapfseule in der Wüste

Zapfseule in der Wüste

Die Straße sind hier so lala. Auf Grund der sehr hohen Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter gibt es sehr viele Schlaglöcher (und ich meine SchlagLÖCHER!) um die an rumfahren muss. In den Städten ist eigentlich alles in Ordnung, nur über Land sind die Straßen und Wege nicht so besonders.

Mal sehen, was ich hier noch so alles beim Autofahren erlebe.

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6. Tag Ayrdakul-See und Jurtecamp

Um 8.00h ging es heute morgen schon los. Mit unserem Fahrer und unserem Reiseführer sind wir nach Norden in die Nurata-Region gefahren.

Nurata liegt in der Kyzylkum-Wüste. In unserer Vorstellung sind Wüsten sind ja immer riesige Dünen und weit und breit kein Bewuchs. Das ist natürlich nicht richtig. Die Kyzylkum-Wüste ist eine Steppenlandschaft mit vielen Sträuchern. Im Hintergrund sind Berge zu sehen. Eine sehr beeindruckende Landschaft.

Kyzylkum-Wüste

Kyzylkum-Wüste

Die Menschen hier betreiben hauptsächlich Landwirtschaft, Viehzucht im Speziellen. Immer wieder sind Kuh-, Schaf- und Ziegenherden zu sehen. Und es ist auch nichts außergewöhnliches, wenn Kühe oder sogar Pferde die Straße kreuzen.

Chil-Ustun-Moschee

Chil-Ustun-Moschee

Auf der Fahrt nach Norden haben wir dann an der Chil-Ustun-Mosche in Nurata halt gemacht. Direkt neben der Mosche ist die Chashmaquelle, die zusammen mit den darin lebenden Fischen heilig ist. Moschee und Quelle sind ein Wallfahrtsort, so dass viele Pilger hier her kommen. Wir waren schon sehr früh da, so dass wir den Ort fast für uns alleine hatten. Ich habe die Ruhe sehr genossen.

heilige Quelle

heilige Quelle

Oberhalb der Moschee und der Quelle kann man künstlich aufgetragene Erdhügel sehen, die Ruinen der Festung von Alexander dem Großen, der hier sein Reich geschützt hat. Sehr viel ist leider nicht erhalten, aber die Aussieht von den Hügeln ist atemberaubend. Nurata ist tatsächlich eine Oase in der Wüste, die mit dem Wasser der Chasmaquelle versorgt wird.

Blick von den Festungsruinen

Blick von den Festungsruinen

Das Mittagessen gab es ebenfalls in Nurata, dieses Mal in einem Privathaus. Eine Familie versucht hier im Hof ein kleines Restaurant aufzubauen. Ich mag es sehr in den beschatteten Höfen zu sitzen und die Zeit zu genießen. Zu essen gab es wieder traditionelle usbekische Speisen, dieses Mal Pelmini.

Anschließend ging es weiter an der Aydarkul-See, wohin wir ca. 2 Stunden benötigten. Der See ist wohl erst in den 70er Jahren als Resultat eines Staudammes in Kasachstan entstanden. Über unterirdische Verbindungen und Gesteinsschichten staut sich nun auch mitten in der Wüste in Usbekistan ein riesiger See auf, der noch weiterhin wächst.

Aydarkul-See

Aydarkul-See

Wir hatten die Gelegenheit im See zu baden, der auf Grund der Hitze in der Wüste ganz gut aufgewärmt war. Der Sand in der Wüste und am See ist sehr fein und beige (wir haben natürlich etwas für die Sammlung mitgenommen). Man ist hier sehr alleine, außer ein paar weiteren Touristen gibt es kaum andere Menschen und das Panorama ist grandios. Wir haben diskutiert, wie lange es dauert, bis hier der Tourismus so richtig einsetzt.

unsere Jurte

unsere Jurte

Die Nacht haben wir in der Wüste in einem Jurtencamp verbracht. Wir haben eine „Standard-Jurte“ gebucht – ich habe keine Ahnung wo wohl die Unterschiede zu einer „Nobel-Jurte“ sind.
Eine Jurte ist ein festes Zelt, das mit Holz und dickem Filzstoff als Plane gebaut wird. Zwei einfache Matratzen und dicke Decken (nachts wird es kalt) gibt es, mehr braucht man auch nicht. Duschen und Toiletten sind in separaten Gebäuden untergebracht.

Jurtencamp in der Wüste

Jurtencamp in der Wüste

Gemeinsam mit uns waren ca. 50 weitere Touristen (Polen, Spanier, Franzosen und Koreaner) im Jurtencamp untergebracht. Ich find das Camp und die Jurte sehr spannend, auch wenn das der Ort war, der durch die anderen Touristen auf mich bisher den touristischsten (sagt man das so?) Eindruck gemacht hat. Die Franzosen und Spanier haben natürlich bei Rotwein noch laut am Feuer gesungen. Wir haben uns früh zurück gezogen, da wir von den vergangenen Tagen doch etwas müde waren.

Morgen gehts wieder zurück durch die Wüste etwas weiter in den Süden nach Buchara. Ca. 6 Stunden Fahrt sind angekündigt und im Reiseprogramm wird Buchara mit „Plätze aus 1001 Nacht“ angekündigt. Ich bin gespannt.

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5. Tag Samarkand | Urlaub Usbekistan 2016

Heute stand das restliche Besichtigungsprogramm auf dem Plan. Wir sind schon früh los, das der südkoreanische Staatspräsident angesagt war und wir wollten noch vor den Straßensperren dort sein.

Shah-I-Zinda-Nekropolis

Shah-I-Zinda-Nekropolis

Zunächst haben wir die Shah-I-Zinda-Nekropolis besucht. Ein sehr beeindruckender Ort, der unter religiöser (also nicht staatlicher) Verwaltung steht. Die Nekropolis ist eine Anordnung von fast 20 Mausoleen aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Besonders beeindruckend sind die Muster und Verzierungen, mit denen die Mausoleen geschmückt sind.

Shah-I-Zinda-Nekropolis

Shah-I-Zinda-Nekropolis

In einem der Mausoleen liegt der Cousin von Mohamed und so ist natürlich der ganze Ort eine Art Wallfahrtsort zu dem viele Muslime kommen um zu beten.

Friedhof

Friedhof

Rund um die Nekropolis ist der Friedhof angeordnet. Ich war noch nie auf einem muslimischen Friedhof und fand alles aus diesem Grund sehr spannend. Interessant ist, dass viele der Gräber gar keinen Grabstein haben, sondern lediglich ein Hügel den Ort anzeigt, an dem jemand begraben liegt.
Direkt angrenzend ist der jüdische Friedhof zu finden. Hier in der Region scheint es keine Probleme mit unterschiedlichem Glauben zu geben.

Statue von Ulugbek

Statue von Ulugbek

Nach dem Besuch der Nekropolis ging es dann weiter zu den Resten der Sternwarte von Ulugbek. Ulugbek war der Enkel von Amir Temur und hat sich im Gegensatz zu seinem Opa sehr für Bildung und Wissenschaft interessiert. Er war ein Verfechter davon, dass jeder Muslim und jede Muslimin nach Wissen streben sollte. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau waren natürlich zu dieser Zeit sehr provokativ. Am Ende wurde Ulubek von seinem Sohn getötet, weil ihm Bildung und Wissenschaft wichtiger waren als Macht und Einfluss und er aus diesem Grunde auch nicht in den Krieg ziehen wollte.

Reste der Sternwarte

Reste der Sternwarte

Mit der Sternwarte war Ulubek im 15. Jahrhundert in der Lage die Bewegungen der Sterne am Himmel zu messen und zu kartografieren. Er war damit in seiner Zeit einer der astrononischem Pioniere. Erhalten ist lediglich ein kleiner Teil seiner Sternwarte. Dennoch ist es sehr beeindruckend zu sehen, zu was die Menschen hier in der Lage waren.

Medresse auf dem Registonplatz

Medresse auf dem Registonplatz

Zum Abschluss des Besichtigungsprogrammes waren wir dann noch mal zum Registonplatz mit seinen drei Medressen gegangen. Heute war der Platz offen und wir konnten in die Innenhöfe gehen. Wie immer ist es dort sehr ruhig und erholsam. In den Medresen, die heute Museen sind, findet man dann Händler, die Souvenirs und lokale Produkte wie Schals und Keramiken anbieten.

usbekisches Instrument

Unser Reiseführer ist sehr gut vernetzt und kennt hier sehr viele Menschen. So hat er uns eine kurze Vorführung der lokalen Musikinstrumente organisiert. Hier spielt man sehr viele Saiteninstrumente, die ähnlich wie eine Gitarre gespielt werden. Zudem gibt es noch eine Handtrommel und eine Querflöte aus Holz. Ich finde es immer wieder aufregend neue Klänge und Lieder kennen zu lernen.

Den Nachmittag hatten wir dann zur freien Verfügung. Wir haben die Zeit genutzt noch ein paar Bilder auf dem Registonplatz zu machen, die Kulisse ist einfach zu beeindruckend. Anschließend sind wir noch ein wenig durch die Stadt spazieren gegangen und haben in einer Teestube etwas zu Mittag gegessen.

Wir wollten eigentlich auch noch das Grab des verstorbenen Präsidenten besuchen, was aber leider nicht möglich war. Der Zugang wurde von Polizei und Geheimdienst abgesperrt. Wir saßen noch ungefähr eine Stunde in einem Park im Schatten und haben das Treiben beobachtet und gewartet ob wir vielleicht doch noch rein gehen können.

Auf dem Rückweg zum Hotel gab es dann noch so etwas wie eine Fußgängerzone mit Ladengeschäften. Hier hat man schon gesehen, dass der Tourismus etwas Einzug gehalten hat. Die meisten Läden hatten sehr ähnliche Produkte bei denen man gesehen hat, dass sie eben für Touristen hergestellt wurden. Nur ein Geschäfte hatte Aquarelle angeboten, die mir gut gefallen haben.
Bisher habe ich noch keine Bilder gekauft, aber wir haben noch Zeit…

Abends wurden wir dann von der Reiseagentur zum Abendessen in ein schönes, ruhig gelegenes Restaurant eingeladen. Ein schöner Tagesabschluss.

Morgen gehts wieder früh los. Wir fahren von Samarkand nach Norden in die Wüste und besuchen dort den Aydarkul-See. Ich war noch nie in einer Wüste und bin sehr gespannt wie das wird.

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Zugfahren in Usbekistan | Urlaub Usbekistan 2016

Heute haben wir unsere erste (und vermutlich einzige) Zugfahrt in Usbekistan gemacht. Wir sind von Tashkent nach Samarkand gefahren. Insgesamt dauerte die Fahrt 2 Stunden. Auf unserer Strecke für ein Hochgeschwindigkeitszug und Zwischenhalte gab es nicht.

Zug nach Samarkand

Zug nach Samarkand

Insgesamt ist Zugfahren in Usbekistan aufgezogen wie Fliegen in Europa.
Beim Einstieg stand an jeder Tür ein Zugbegleiter der uns unsere Plätze gezeigt hat. Alle sehr adrett gekleidet, ähnlich wie Flugbegleiteruniformen. Vor der Abfahrt wurde dann ein Film mit allen Funktionen im Zug gezeigt. Sitze einstellen, Toiletten bedienen und so weiter. Man scheint hier sehr stolz auf seine Züge zu sein.
Die Züge und Wagons haben durchgehend westlichen Standard. Alles wirkt neu und ist sehr sauber.

Zugbegleiter

Zugbegleiter

Ähnlich wir im Flugzeug gab es dann zunächst Kopfhörer für alle (es lief ja schließlich auch ein Film auf den Monitoren) und später Tee und Gebäck. Naja, wie im Flugzeug eben.

Da kann sich unsere deutsche Bahn ein Stück abschneiden. Und viel mehr Personal benötigt man hier auch nicht.

Ansonsten ist Zugfahren für mich immernoch eine der schönsten Arten zu reisen. Man kommt schnell und bequem voran (ich schreibe diesen Text gerade im Zug) und sieht etwas von der Umgebung. Besser kann es eigentlich nicht sein.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Bahnhof in Tashkent. Auch hier kommt man sich eher wie auf einem Flughafen. Noch vor dem Gebäude werde die Pässen und die Tickets kontrolliert (ohne Ticket kein Zugang). Im Inneren wird dann erneut der Pass und das Ticket überprüft. Zusätzlich geht das ganze Gepäck durch einen Scanner.
Der Bahnhof an sich ist sehr aufgeräumt und sauber, wie ein Flughafen eben.

Zugang zum Gleis

Zugang zum Gleis

Wie ich schon sagte, sind die Usbeken sehr stolz auf Ihre Bahnlinien und Züge. Und das merkt man. Alles wird mit Sorgfalt behandelt und beschützt.

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4. Tag Fahrt nach Samarkan | Urlaub Usbekistan 2016

Heute sind wir sehr früh mit dem Zug von Tashkent nach Samarkand gefahren. Zugfahren ist ein echtes Erlebnis in Usbekistan. Alles sehr neu und total durchorganisiert.

Zug nach Samarkand

Zug nach Samarkand

In Samarkand angekommen haben wir zunächst im Hotel eingecheckt um dann die Stadt gemeinsam mit unserem Reiseführer Georgyi zu erkunden.

Samarkand war die Hauptstadt des Reiches von Amir Temur, der Ende des 14. Jahrhunderts die Region beherrscht hat. Seine Ausbreitung war zu dieser Zeit teilweise bis nach Indien und Istanbul. Amir Temur, auch Tamerlan (der Lahmende) genannt ist seit der Unabhängigkeit Usbekistans von Russland der nationale Volksheld und wird als Volksvater verstanden.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass Samarkand, als seine ehemalige Hauptstadt geprägt ist vom Einfluss Amir Temurs.

Eigentlich wollten wir ja heute alle Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen um dann morgen einen freien Tag zur eigenen Verfügung zu haben.

In der vergangenen Woche ist jedoch der Präsident Usbekistans gestorben, der nun in der Zwischenzeit in Samarkand, seiner Geburtsstadt begraben wurde. Und im Moment geben sich hier die Staatschefs die Klinke in die Hand. Heute ist der Kasachische Präsident zu Besuch und morgen wird wohl der Präsident Südkoreas erwartet.

Aus diesem Grund war die Innenstadt heute zeitweise komplett abgeriegelt und für uns nicht zugänglich.

Mausoleum von Amir Temur

Mausoleum von Amir Temur

Wir waren dann zunächst im Mausoleum von Amir Temur. Das Mausoleum ist ein beeindruckendes Gebäude. Wie so oft, war der Komplex ursprünglich als Medrese mit Mosche geplant und wurde dann irgendwann einer anderen Verwendung zugeführt.

Besonders beeindruckend fand ich die extrem detaillierte Verzierung der Vorderseite des Gebäudes.

Mausoleum von Amit Temur

Mausoleum von Amit Temur

Anschließend sind wir noch auf den Registonplatz gegangen. Der Platz war früher wohl der zentrale Ort der Stadt. Ursprünglich gab es hier nur eine Medrese (gebaut vom Enkel Amir Temurs), eine kleine Mosche gegenüber und eine Karawanserei. Im Laufe der Jahrhunderte hat der Platz dann seine heutige Anordnung gefunden. Die ursprüngliche Medrese links, eine zweite, prunkvollere Medrese rechts (ca. 200 Jahre später gebaut) und eine dritte Medrese dazwischen, die bewusst kleiner und breiter gebaut wurde damit ein schönes Bild entsteht.

Registonplatz

Registonplatz

Der Platz war komplett menschenleer, da alles für den heutigen Staatsbesuch abgesperrt war. Auch wir durften nicht drauf so, dass wir die Medressen dann morgen besichtigen werden.

Anschließend hatten wir versucht einen Weg in die Innenstadt zu finden. Wie schon gesagt, war jedoch alles abgesperrt, so dass wir noch ein wenig durch die Gassen und Straßen gelaufen sind.
Und da passieren ja bekanntlich die spannendsten Sachen. Wir haben eine kleine Bäckerei entdeckt und durften dort zuschauen wie man Brot backt. Alle waren sehr freundlich und haben sich über den Besuch gefreut. Joy durfte sogar helfen ein Brot zu formen.

Brot backen

Brot backen

Auf dem weiteren Weg sind wir dann noch auf eine Gruppe Männer gestoßen, die vor dem Haus saßen und geredet und gespielt haben. Auch von Ihnen wurden wir sehr freundlich und offen empfangen. Alle sind immer sehr interessiert, wo wir her kommen. Man erkennt uns schon sehr deutlich als Fremde hier, was aber keinen stört. Die Männer hatten uns gleich zum Tee eingeladen und wir mussten auch vom Gebäck probieren.

Da nun kein weiterer Zugang zur Stadt mehr möglich war, haben wir beschlossen eine Mittagspause zu machen und es abends noch mal vor dem Abendessen zu probieren.

Moschee von Bibihanum

Moschee von Bibihanum

Dann haben wir es tatsächlich noch geschafft die Mosche von Bibihanum, der Frau von Amir Temur zu besuchen. Der Innenhof oder Park der Mosche ist ein sehr friedlicher Ort.
Die Legende besagt, dass Bibihanum die Mosche für ihren Mann bauen lies um ihn von seinem Kriegszug nach Indien zu begrüßen. Während des Baus hat sich der Architekt jedoch in die Frau des Herrschers verliebt, was selbstverständlich unmöglich war. Am Ende hat Amir Temur beide zum Tode verurteilt. Beide wurden dann auf wundersame Weise gerettet. Eine sehr traurige und mystische Geschichte.

Für mich war das bisher der schönste Platz, den wir bisher gesehen haben.

Abendessen gab es dann in einem traditionellen usbekischen Restaurant. Und hier läuft das anders ab als in Deutschland. Unser Reiseführer warnte uns schon, dass es etwas lauter werden könnte.
Tatsächlich gab es einen Sänger, der im Laufe des Abends auf usbekisch (völlig unverständlich) und englisch (meistens auch) gesungen hat. Alles so laut, dass man sich fast nicht mehr unterhalten konnte.
Die Stimmung war sehr ausgelassen. Viele Kinder waren anwesend und es wurde auch ausgiebig getanzt. Ein sehr aufregendes Erlebnis!

Restaurant

Restaurant

Morgen werden wir dann noch die restlichen Sehenswürdigkeiten Samarkands anschauen und ich denke, dass wir auch noch Zeit haben werden ein wenig die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

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3. Tag Rückfahrt Ferghana | Urlaub Usbekistan 2016

Heute sind wir die 5 Stunden von Ferghana nach Taschkent wieder zurück gefahren. Auf dem Weg waren eigentlich noch die Besichtigung einer Moschee und einer Medrese geplant. Die Moschee haben wir aus ausfallen lassen, die Medrese hingegen war sehr spannend.

Medrese

Medrese

Ich mag diese Ruhe, die hinter den Mauern einer Medrese herrscht. Die Tür geht zu und was entsteht ist ein idealer Ort zum lernen und diskutieren.

Einer Hauptpunkte auf unserem heutigen Tagesprogramm war dann noch der Besuch des Sonntagsmarktes Qum Tepa. Dieses Mal war es tatsächlich eher wie ein Basar.

Sonntagsmarkt Qum Tepa

Sonntagsmarkt Qum Tepa

Vor dem Markt herrschte ein unglaubliches Chaos. Autos, Menschen und noch mehr Menschen. Zum Autofahren in Usbekistan schreibe ich noch mal getrennt etwas.

Der Markt an sich ist wieder entsprechend der einzelnen Waren organisiert. Wir wollten ja Stoffe kaufen und so sind wir direkt nach „hinten links“ wo es Unmengen and Ständen mit Schals, Kleider und Baumwoll- und Seidenstoffen gab.

Sonntagsmarkt Qum Tepa

Sonntagsmarkt Qum Tepa

Wir haben uns ordentlich eingedeckt. Stoffe für Vorhänge im Kinderzimmer und im Wohnzimmer. Zusätzlich noch ein paar Mitbringsel.

Stoffe kaufen

Stoffe kaufen

Stoffe gekauft

Stoffe gekauft

Joy hat sich eine Jacke gekauft. Man sollte ja nich denken, dass man auf einem Markt im usbekischen Hinterland eine Jacke findet, die man in Deutschland im Alltag tragen kann, aber es ist tatsächlich so. Ein richtig schickes Stück!

Joys neue Jacke

Joys neue Jacke

Nach dem Markt ging es dann mit unserem Fahrer direkt zurück nach Tashkent, natürlich mit einigen kurzen Stopps, zum Beispiel am Brotmarkt (es gab auch Melonen) und auf dem obligatorischen Aussichtspunkt am Kamtschik-Pass mit erneutem, grandiosem, Ausblick ins Tal.

Brotmarkt

Brotmarkt

Man sollte denken, dass 5 Stunden Autofahrt irgendwann langweilig werden, aber bisher war das nicht so. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wie die Menschen leben, wie die Häuser und Geschäfte aussehen.

In Tashkent angekommen, hat uns unser Reiseführer noch ins tashkenter Jugendtheater mitgenommen. Dort fand ein Theaterfestival mit unterschiedlichen Jugendgruppen aus dem ganzen Land statt. Aufgeführt wurden deutsche Stücke auf deutsch.

Das Highlight war dann eine kurze Fassung von Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“. Einige der Schauspieler konnten wohl gar kein Deutsch, so dass sie den Text als Lautschrift auswendig lernen mussten. Keine Ahnung, we sowas geht. Das Ergebnis war jedenfalls richtig gut.

Jugendtheater in Tashkent

Jugendtheater in Tashkent

Morgen gehts mit dem Zug nach Samarkand. Da bin ich schon sehr gespannt drauf. Wie wohl Zugfahren in Usbekistan ist?

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